Walliser Alpen, Monte-Rosa-Massiv, Italien/Schweiz
Auf 4228 m, mit 61% verfügbarem Sauerstoff, steigt die wahrgenommene Anstrengung im Vergleich zum Meeresspiegel.
Kastor und sein Zwilling Pollux (4092m) tragen einen der klangvollsten Namen des Alpinismus: die Dioskuren der griechischen Mythologie, Söhne des Zeus, in ein Sternbild verwandelt. Doch der Kastor ist mehr als Mythologie — auf 4228 Metern ist er einer der zugänglichsten und logischsten Einstiegsviertausender des Monte-Rosa-Massivs. Die Luft am Gipfel enthält 61 % des Sauerstoffs auf Meereshöhe: eine spürbare Höhe, an der der Körper die Auswirkungen der Hypoxie wirklich registriert, aber mit selbst kurzer Akklimatisierung gut bewältigbar.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Höhe | 4228 m ü. M. |
| Lage | Walliser Alpen, Monte-Rosa-Massiv, Grenze Italien/Schweiz |
| Zwillingsgipfel | Pollux / Polluce (4092m) |
| Schwierigkeit | WS+ (Wenig Schwierig) — Gletscher, kurzer Gipfelgrat |
| Verfügbarer Sauerstoff | 61 % gegenüber Meereshöhe |
| Höhenunterschied | ~1016 m ab Passo dei Salati (3212m) |
| Gesamtdistanz | 10,0 km Hin- und Rückweg |
| Routenentwicklung | 11,5 km |
| Aufstiegszeit | 4–6 Stunden ab Passo dei Salati (Übernachtung in Rifugio Quintino Sella) |
| Beste Jahreszeit | Juli – August |
| Ausgangspunkt | Passo dei Salati (3212 m) — Seilbahn ab Gressoney-La-Trinité |
Der Normalweg zum Kastor quert den Felik-Gletscher ab Passo dei Salati, erreicht den Colle del Felik (4062m) und steigt den Gipfelgrat hinauf. Die Route ist überwiegend auf Gletscher; der Schlussgrat ist deutlich kürzer und weniger exponiert als der benachbarte Liskamm. Die vollständige Besteigung mit Übernachtung in der Rifugio Quintino Sella gilt als bester Einstieg in die Viertausender des Monte Rosa vom italienischen Versant.
Zustieg: Gressoney-La-Trinité → Passo dei Salati (3212m) Die Seilbahn ab Gressoney-La-Trinité (1640m) erreicht den Passo dei Salati (3212m) in ca. 30 Minuten — Ausgangspunkt für Kastor, Liskamm und Capanna Margherita.
Rifugio Quintino Sella al Felik (3585m — 2,0 km ab Passo dei Salati) In 1–1,5 Stunden über das Gletscherplateau erreichbar. Die Übernachtung auf 3585m ist der erste und entscheidende Akklimatisierungsschritt. Voranmeldung obligatorisch.
Colle del Felik (4062m — 5,5 km ab Passo dei Salati) Der Felik-Gletscher wird progressiv bis zum Sattel aufgestiegen. Am Sattel verzweigt die Route: Kastor geht rechts (Nordwesten), Liskamm links. Maximale Neigung über 35°.
Kastor (4228m — 7,0 km ab Passo dei Salati) Vom Sattel wird der Schneegrat über ca. 166 Hm erklommen. Das Terrain ist weniger exponiert als am Liskamm, erfordert aber trotzdem solide Steigeisenkenntnisse. Die Aussicht auf das gesamte Monte-Rosa-Massiv vom Gipfel ist außergewöhnlich.
⚠️ Hinweis: Die Bedingungen des Felik-Gletschers ändern sich jede Saison. Aktuelle Lage bei der Hütte oder dem CAI erfragen.
Auf 4228m beträgt der Sauerstoffpartialdruck 61 % des Meeresspiegelwerts. Der Kastor liegt in der Höhenzone, in der Hypoxie unverkennbar spürbar wird — die letzten Höhenmeter fordern deutlich mehr Atemarbeit — aber die Höhe ist mit kurzer Akklimatisierung gut handhabbar.
Eine akklimatisierte Person misst am Gipfel typischerweise 76–81 %. Werte unter 72 % mit Symptomen erfordern sofortige Maßnahmen.
⚠️ Abstieg erwägen bei: Kopfschmerzen, Übelkeit, Gleichgewichtsverlust, Atemnot in Ruhe.
Diese Hinweise sind informativ und ersetzen keinen medizinischen Rat.
Ideal für Bergsteiger mit Höhenerfahrung beim Wandern, die ihren ersten Gletscherviertausender anstreben. Keine Felskletterei nötig, aber Steigeisen- und Pickelkenntnisse auf Schnee und Eis sowie Seilschaftsgehen sind Voraussetzung.
Empfohlene Vorbereitungsgipfel:
Der Kastor gilt selbst als ideale Vorbereitung für den Liskamm.
61 % des Meeressauerstoffs auf 4228m. Druck ca. 598 hPa. Erschöpfung im Schlussabschnitt deutlich spürbar, aber mit Akklimatisierung gut handhabbar.
Ja — einer der empfehlenswertesten Einstiegsviertausender im Monte Rosa. Die WS+-Schwierigkeit und der direkte Weg machen ihn für Bergsteiger mit Grundlagenkenntnissen im Gletschergelände zugänglich.
Zwei benachbarte Gipfel im Monte-Rosa-Massiv, benannt nach den mythologischen Dioskuren (Zwillinge des Sternbilds Gemini). Pollux (4092m) ist weniger frequentiert, aber über einen ähnlichen Weg erreichbar.
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