Äolische Inseln, Sizilien, Italien
Auf 924 m, mit 90% verfügbarem Sauerstoff, steigt die wahrgenommene Anstrengung im Vergleich zum Meeresspiegel.
Stromboli schläft nie. Seit mindestens zweitausend Jahren bricht dieser Vulkan auf den Äolischen Inseln in regelmäßigen Abständen aus - im Durchschnitt alle 15 bis 20 Minuten - und wirft glühende Lapilli in die tyrrhenische Dunkelheit. Sein Name ist zu einem internationalen wissenschaftlichen Begriff geworden: strombolische Aktivität ist der vulkanologische Begriff für mäßig explosive Eruptionen dieser Art. Auf dem Gipfel in 924 Metern enthält die Luft 90% des Sauerstoffs auf Meereshöhe: eine physiologisch kaum wahrnehmbare Reduzierung. Der wahre Protagonist auf diesem Berg ist nicht die Höhe, sondern das Feuer. Wer auf den Stromboli hinaufsteigt, begibt sich auf eine der aktivsten vulkanischen Strukturen der Erde, für die genaue Zugangsregeln gelten: oberhalb von 290 Metern ist ein autorisierter vulkanologischer Führer obligatorisch. Ein einzigartiges Erlebnis, vor allem nachts, wenn jede Explosion den Kraterrand wie einen orangefarbenen Blitz beleuchtet.
| Daten | Wert |
|---|---|
| Höhe | 924 m ü.d.M. |
| Ort | Äolische Inseln, Sizilien, Italien |
| Schwierigkeitsgrad | E (Exkursion) bis 290 m; darüber hinaus Führer erforderlich |
| Sauerstoffangebot | 90% des Meeresspiegels |
| Höhenunterschied | ~894 m (ab Piazza San Vincenzo) |
| Gesamtstrecke | 9,0 km A/R |
| Streckenverlauf | 9,5 km |
| Gehzeit | 3-4 Stunden (mit Führer) |
| Empfohlener Zeitraum | Ganzjährig; optimal im Frühjahr und Herbst |
| Startpunkt | Piazza San Vincenzo, Stromboli (30 m) |
Die Route beginnt im Dorf Stromboli (Ortsteil San Vincenzo, Ostseite der Insel) und steigt in nordwestlicher Richtung durch die mediterrane Vegetation, den Ginsterwald und das Gebiet mit spärlicher Vegetation an, bis sie den offenen Lavagürtel erreicht. Das Gelände ändert sich allmählich: ein Trampelpfad in den unteren Höhenlagen, dann verfestigte Asche, dann unregelmäßiges Lava-Gelände mit erstarrten Lavablöcken. Der Aufstieg ist gleichmäßig, nie senkrecht, aber aufgrund des Höhenunterschieds von fast 900 Metern anspruchsvoll. Der Abstieg erfolgt auf einem teilweise anderen Weg, der aufgrund der angesammelten feinen Asche rutschig ist.
Die Nachtwanderung ist sehr zu empfehlen: Man bricht am späten Nachmittag auf und erreicht den Gipfel bei Sonnenuntergang oder kurz danach, um die Explosionen des Kraters in der Dunkelheit zu erleben. Die strombolianischen Eruptionen, die aus einigen hundert Metern Entfernung sichtbar sind, sind das spektakulärste Schauspiel der Wanderung.
Piazza San Vincenzo, Stromboli (30m - 0 km) Treffpunkt mit autorisierten vulkanologischen Führern. Der Start erfolgt im Dorf, wo sich auch das Büro der Führer befindet (Check-in-Zeit beachten, in der Regel am Nachmittag). Vor dem Aufbruch gibt es eine Sicherheitseinweisung und eine Einweisung in den Gebrauch der Stirnlampe. Vor der Abfahrt gibt es eine Bar und Toiletten.
Autonome Zugangsgrenze (290 m - 1,8 km) Dies ist die geregelte Grenze: Wer weitergehen möchte, muss in Begleitung eines von der Parkverwaltung zertifizierten vulkanologischen Führers sein. Ohne Führer ist es möglich, in diesem Gebiet anzuhalten, um die nächtliche vulkanische Aktivität zu beobachten - der Beobachtungspunkt auf 290 m Höhe bietet jedoch einen bedeutenden Blick auf die glühenden Ströme, die entlang der Sciara del Fuoco absteigen. Um den Gipfel zu erreichen, muss man im Voraus eine geführte Wanderung buchen.
Hohe Zone - Blick auf die Sciara del Fuoco (600 m - 3,0 km) In dieser Höhe ist die Landschaft völlig mondähnlich: keine Vegetation, nur schwarzes Lavagestein, Asche und pyroklastisches Material. Vom Seitengrat aus kann man die Sciara del Fuoco - den Lavastromkanal am Nordwesthang - sehen, der bei jeder Explosion orange leuchtet. Der Reiseführer informiert über die Abschnitte, die den vulkanischen Gasen am stärksten ausgesetzt sind.
Pizzo sopra la Fossa (Gipfel) (924 m - 4,5 km) Der höchste Punkt der Insel liegt auf dem Vulkankamm, von dem aus man die aktiven Krater überblicken kann. Von hier aus kann man das Innere des Pizzo - so die sizilianisch-äolische Bezeichnung für den Gipfelbereich - mit seinen Explosionen, die Lapilli mehrere Dutzend Meter in die Luft schleudern, direkt beobachten. Der Führer wählt die Position je nach Windrichtung, um die Exposition gegenüber den Gasen zu minimieren. Zeit auf dem Gipfel: 15-30 Minuten, dann beginnt der Abstieg.
⚠️ Warnung: Stromboli ist ein aktiver Vulkan, der ständig ausbricht. Der Zugang über 290 m ist ohne autorisierten Führer verboten (Anordnung der Präfektur von Messina). Das INGV und der Zivilschutz können den Zugang in jeder Höhe ohne Vorwarnung schließen, wenn die Aktivität zunimmt. Verlassen Sie niemals die Gruppe und folgen Sie immer den Anweisungen des Führers.
Auf 924m beträgt der Sauerstoffpartialdruck 90% der Meereshöhe. Diese Verringerung ist für einen gesunden Menschen kaum wahrnehmbar: Die akute Bergkrankheit (AMS) ist in dieser Höhe kein relevanter Faktor. Die Atemlosigkeit während des Aufstiegs ist ausschließlich auf den Höhenunterschied von 894 Metern und die Intensität der körperlichen Anstrengung zurückzuführen, nicht auf die dünne Luft.
Auf dem Gipfel erreicht ein gesunder Mensch einen SpO₂-Wert zwischen 96% und 98% - ein Wert, der fast dem auf Meereshöhe entspricht. Eine Akklimatisierung ist nicht erforderlich.
Stromboli stößt kontinuierlich SO₂ (Schwefeldioxid), CO₂ (Kohlendioxid) und HCl (Salzsäure) aus. Die Konzentration dieser Gase auf dem Gipfel hängt von der Windrichtung ab: bei günstigen Bedingungen sind sie kaum wahrnehmbar, bei ungünstigen Bedingungen können sie Augen, Nase und Rachen reizen. Der Bergführer beobachtet die Situation ständig und wählt die sichersten Beobachtungspunkte aus.
⚠️ Melden Sie sich sofort beim Triebfahrzeugführer, wenn die folgenden Erscheinungen auftreten:
*Die obigen Hinweise sind informativ und ersetzen keinen ärztlichen Rat.
Der Stromboli erfordert keine bergsteigerische Technik, wohl aber eine solide körperliche Grundkondition. Der Höhenunterschied von 894 Metern über unebenes Gelände - Asche, Lapilli, Lavagestein - ist vergleichbar mit einer durchschnittlichen Sommerwanderung im Apennin. Wanderer mit 700-1000 m Höhenunterschied werden es nicht schwer haben. Für sitzende Wanderer wird eine 4-6-wöchige Vorbereitung mit Bergsteigen vor der Wanderung empfohlen.
Auf 924m beträgt der verfügbare Sauerstoff 90% im Vergleich zur Meereshöhe. Der Atmosphärendruck sinkt auf etwa 912 hPa im Vergleich zu 1013 hPa auf Meereshöhe. Diese Verringerung ist zu gering, als dass sie sich physisch bemerkbar machen würde: Die Kurzatmigkeit während des Aufstiegs ist ausschließlich auf den Höhenunterschied von fast 900 Metern zurückzuführen, nicht auf die dünnere Luft.
Ja, oberhalb von 290 Metern ist ein autorisierter vulkanologischer Führer obligatorisch (geltende Präfekturverordnung). Bis auf 290 m Höhe kann man selbständig klettern, aber von hier aus ist die nächtliche Sicht auf die Explosionen bereits erheblich. Die Führungen müssen im Voraus über die zugelassenen Betreiber der Insel gebucht werden.
Nein. Die Höhenkrankheit (AMS) ist ab etwa 2500m klinisch relevant. Auf Stromboli (924m) ist das Risiko für jeden gesunden Menschen abwesend. Das eigentliche Risiko sind die vulkanischen Gase (SO₂, CO₂, HCl), nicht die Höhe.
Der Ausflug ist das ganze Jahr über möglich. Der Frühling (April-Juni) und der Herbst (September-Oktober) bieten die besten Bedingungen: angenehme Temperaturen und weniger Menschen als im Sommer. Im Juli und August ist die Insel sehr überfüllt, und die Führungen müssen Wochen im Voraus gebucht werden. Im Winter ist es ruhig, aber die Wetterbedingungen können unbeständig sein.
Mit einem lizenzierten Führer und unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften ist das Risiko überschaubar und akzeptabel. Die Wanderung wird jedes Jahr von Tausenden von Besuchern genossen. Die wirklichen Risiken sind: vulkanische Geschosse im Falle von Paroxysmen (die durch das Einhalten eines Sicherheitsabstands beherrscht werden), Ausrutschen auf dem Lavaboden, Einwirkung von Gas bei ungünstigen Windverhältnissen. Der Führer kennt die sicheren Stellen und überwacht die Aktivität in Echtzeit.
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