Monte Civetta

Dolomiten, Provinz Belluno, Venetien, Italien

3220 m Versicherter Normalweg (Klettersteig) — rund 22 Drahtseil-Abschnitte, Passagen bis Grad C, sehr ausgesetzt7–8h ab Palafavera (≈2h zum Rifugio Coldai, ≈2h auf dem Sentiero Tivan, ≈3h30 am Klettersteig)
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Sauerstoffanalyse — Oximeter

67% ReduziertVerfügbarer Sauerstoff
89-93%Typische SpO₂ am Gipfel
NiedrigAMS-Risiko

Sauerstoffversorgung entlang der Route

Rifugio Coldai Sonino2132 m
77%
Porta del Masarè2420 m
74%
Klettersteig-Einstieg (unter der Crepa Bassa)2221 m
76%
Rifugio Torrani2984 m
69%
Gipfel der Civetta3220 m
67%

Sauerstoffvergleich

🌊 Meeresspiegel (0 m)100% O₂
🏔️ Monte Civetta67% O₂
🌍 Everest (8.849 m)33% O₂

Erforderliche Vorbereitung

Mittel

Auf 3220 m, mit 67% verfügbarem Sauerstoff, steigt die wahrgenommene Anstrengung im Vergleich zum Meeresspiegel.

Wie Sie sich vorbereiten

  • Gelegentliches Training: Planen Sie eine schrittweise Akklimatisierung — die Ruheherzfrequenz wird auf dieser Höhe steigen.
  • Regelmäßiges Training: Halten Sie ein gleichmäßiges Tempo und achten Sie auf leichte Hypoxie-Symptome.
  • Ausdauertraining: Die Höhe ist mit Planung bewältigbar — forcieren Sie das Tempo in den ersten Stunden nicht.

Route und Weg

1713 m
Höhenunterschied
7–8h ab Palafavera (≈2h zum Rifugio Coldai, ≈2h auf dem Sentiero Tivan, ≈3h30 am Klettersteig)
Aufstiegszeit
Juli – Mitte September
Beste Jahreszeit

Bergführer

Der Monte Civetta ragt 3220 Meter über dem Zoldotal und dem Alleghe-See auf, und seine Nordwestwand — tausend Meter senkrechter Fels — gehört zu den unverkennbaren Profilen der Dolomiten. Hier eröffnete Emil Solleder 1925 jene Route, die viele als die erste Sechser-Tour der Klettergeschichte betrachten. Der Gipfel selbst wurde schon 1855 erreicht: wohl der erste große Dolomitengipfel überhaupt. Auf 3220 Metern enthält die Luft nur noch 67% des Sauerstoffs von Meereshöhe. Diese Zahl allein stoppt dich nicht. Aber der Normalweg ist lang, ausgesetzt und fast durchgehend versichert. Eine Wanderung ist das eben nicht. Das ist Alpinismus.

Technisches Datenblatt

DatenWert
Höhe3220 m
LageDolomiten, Provinz Belluno, Venetien, Italien
SchwierigkeitVersicherter Normalweg — ~22 Drahtseil-Abschnitte, bis Grad C, sehr ausgesetzt
Verfügbarer Sauerstoff67% des Meeresspiegels
Höhenmeter~1713 m (netto, Palafavera bis Gipfel)
Aufstiegszeit7–8h ab Palafavera
Beste SaisonJuli – Mitte September
AusgangspunktPalafavera (1507 m)
SchutzhüttenColdai (2132 m), Torrani (2984 m)

Route

Die klassische Linie startet in Palafavera (1507m), an der Straße zum Passo Staulanza. Über die Schotterpiste (Weg 564) geht es Richtung Malga Pioda, dann auf Weg 556 zum Rifugio Coldai Sonino (2132m) — rund zwei Stunden. Das Coldai liegt an der Alta Via 1 und ist stark frequentiert. Wer dort schlafen will, reserviert eben früh.

Von der Hütte beginnt der Sentiero Tivan (557), der fast eben die Ostflanke entlangführt. Ein langer, herrlicher Quergang, der Pelmo immer im Blick. Und doch: „eben" heißt halt nicht „leicht". Schon hier sichern ein paar Drahtseile die Passagen, man quert die Zoliere-Türme und die Porta del Masarè (2420m), und nach Stunden des Gehens ist der Höhengewinn fast null. So ist dieser Zustieg nun mal. Man geht viel und steigt wenig.

Der eigentliche Klettersteig beginnt am Fuß eines Schuttfelds, etwa auf 2221m unter der Crepa Bassa. Ab hier bleibt das Set dran. Die Seile sind nummeriert — 22 sind es, ein paar Hundert Meter insgesamt. Manche Abschnitte sind stark ausgesetzt, andere bloß einfache Felsstufen für Hände und Füße. Man passiert das Seil des Passo del Tenente (Grunwald), rund 25 Meter lang, steigt in eine Schuttrinne, nimmt einen vier Meter hohen Kamin. Dann führen die letzten 300 Meter zum Rifugio Torrani (2984m) — winzig, ein einziger Raum, zwölf Plätze. Danach noch ein paar Seile und etwa vierzig Minuten Grat bis zum Gipfelkreuz.

Das Panorama, wenn das Wetter mitspielt, entschädigt für alles: im Westen der Abgrund über dem Alleghe-Tal, über zwei Kilometer tiefer, und der Coldai-See.

⚠️ Warnung: Alle Normalwege auf die Civetta sind Klettersteige. Komplettes Set, Helm und Gurt sind nicht verhandelbar. Die Tour verlangt Erfahrung auf ausgesetztem, versichertem Gelände und einen Tag stabiles Wetter. Prüfe die Bedingungen immer bei den Hütten Coldai und Torrani oder beim CAI Veneto, bevor du losgehst.

Sauerstoff und Akklimatisierung

Auf 3220m beträgt der Sauerstoffpartialdruck 67% des Meeresspiegels. Für einen gesunden Menschen macht diese Höhe allein keine ernsten Probleme. Der Knackpunkt liegt woanders: Die Civetta ist eine Dauerbelastung. Sieben, acht Stunden Gehen und Klettern, das meiste über 2000 Metern, mit einem Set, das eben bremst. Bei 67% Sauerstoff kommt die Erholung zwischen zwei Zügen langsamer, als man denkt. Am stärksten spürst du es an den steilen Seilen — der Atem kehrt nach und nach zurück.

Wer im Coldai oder Torrani schläft, kommt teilweise angepasst oben an, und das hilft doch sehr. In einem Zug vom Tal aus macht sich die Höhe im Schlussteil bemerkbar: schwere Beine, kurzer Atem. AMS-Symptome sind hier selten. Leichte Kopfschmerzen oder etwas Übelkeit können auf den letzten Metern auftreten, meist mit Trinken und langsamem Tempo beherrschbar.

Ein gesunder, akklimatisierter Mensch zeigt am Gipfel eine typische SpO₂ zwischen 89% und 93%. Unter 85% mit anhaltenden Kopfschmerzen, Übelkeit oder Verwirrung heißt es: absteigen. Trink, bevor du Durst hast — in der Höhe kommt der Durst spät.

Vorbereitung

Die Civetta ist kein erster Klettersteig. Schon der Zustieg ist anspruchsvoll, und der versicherte Weg ist lang und ausgesetzt, mit Passagen bis Grad C. Von einem Anfänger gefragt, antwortete ein einheimischer Bergführer ganz direkt: Fang woanders an.

Passendes Profil: solide Erfahrung auf mittelschweren bis schweren Klettersteigen, gute aerobe Ausdauer (7 bis 8 Stunden Aufstieg plus Abstieg), keine lähmende Höhenangst.

Pflichtausrüstung: zertifiziertes Klettersteigset (Gurt und Y-Lanyard mit Bandfalldämpfer), Helm, Bergschuhe mit steifer Sohle, Handschuhe für die Seile, wasserdichte Schichten.

Wasser: keine Quellen unterwegs. Mindestens 2 Liter mitnehmen oder an den zwei Hütten auffüllen. Am Parkplatz Palafavera gibt es einen Brunnen.

Saison: Juli bis Mitte September, wenn Coldai und Torrani offen und die Felsen schneefrei sind. Brich früh auf — 5 Uhr ist nicht übertrieben — um den Nachmittagsgewittern zuvorzukommen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Sauerstoff atmet man am Gipfel der Civetta?

Auf 3220m sind 67% des Meeresspiegel-Sauerstoffs verfügbar, bei einem Luftdruck von rund 684 hPa gegenüber 1013 an der Küste. Für Gesunde ist das an sich kein Hindernis, doch die gefühlte Anstrengung auf dem langen versicherten Weg mit Rucksack liegt deutlich über der einer vergleichbaren Tour im Flachland.

Eignet sich der Normalweg der Civetta für Anfänger?

Nein. Alle Normalwege sind Klettersteige, und dieser zählt rund 22 Drahtseil-Abschnitte mit Passagen bis Grad C in sehr ausgesetztem Gelände. Es braucht solide Erfahrung. Anfänger sollten erst auf kürzeren, besser gesicherten Routen üben.

Besteht ein Risiko für Höhenkrankheit (AMS)?

Das Risiko ist gering. Auf 3220m sind ernste Symptome bei Gesunden selten, vor allem mit einer Hüttennacht. Leichte Kopfschmerzen können am Schluss auftreten — Trinken und langsames Tempo reichen meist. Wird es schlimmer, steigt man ab.

Braucht man Helm und Klettersteigset?

Ja, zwingend. Der Weg ist über fast die ganze Länge versichert und führt durch steinschlaggefährdete Zonen. Komplettes Set mit Bandfalldämpfer, Helm und Gurt sind unverzichtbar.

Quellen und Verweise

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Was Sie für Monte Civetta brauchen

Felsalpinismus (D/TD/ED)
UIAA/CE-zertifizierter Kletterhelm
Verstellbarer Klettergurt
Einfachseil 60 m (9–10 mm)
Technische Stiefel mit steifer Sohle
Schraubkarabiner + Expressschlingen
Sicherungsgerät (Tube, ATC)
Passive Sicherungsmittel (Klemmkeile, Hexentrics)
Aktive Sicherungsmittel (Friends/Cams)
Felshaken + Hammer
Schlingen und Reepschnüre (verschiedene Größen)

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