Mount Everest

Himalaya, Nepal/China

8849 m TD+ / ED- (Extrembergsteigen, technische Abschnitte auf Eis und Mischgelände)7–12h (Lager IV → Gipfel); ~60 Tage (vollständige Expedition)
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Sauerstoffanalyse — Oximeter

31% KritischVerfügbarer Sauerstoff
54-70%Typische SpO₂ am Gipfel
ExtremAMS-Risiko
45empfohlene Tage

Sauerstoffvergleich

🌊 Meeresspiegel (0 m)100% O₂
🏔️ Mount Everest31% O₂
🌍 Everest (8.849 m)33% O₂

Erforderliche Vorbereitung

Hochgebirge / technisch

Auf 8849 m, mit 31% verfügbarem Sauerstoff, steigt die wahrgenommene Anstrengung im Vergleich zum Meeresspiegel.

Wie Sie sich vorbereiten

  • Gelegentliches Training: Diese Höhe erfordert Bergsteigerfahrung und spezifische Vorbereitung.
  • Regelmäßiges Training: Planen Sie mehrere Tage progressive Akklimatisierung auf mittleren Höhen.
  • Ausdauertraining: Fitness allein ersetzt keine Akklimatisierung in diesen Höhen.
  • Konsultieren Sie einen Bergmedizin-Spezialisten vor der Abreise.

Route und Weg

3485 m
Höhenunterschied
42 km
Gesamtstrecke
7–12h (Lager IV → Gipfel); ~60 Tage (vollständige Expedition)
Aufstiegszeit
April – Mai (Vor-Monsun)
Beste Jahreszeit

Bergführer

Das Dach der Welt. Mit 8849 Metern ist der Mount Everest nicht nur der höchste Punkt der Erde — er ist die extremste Stelle, die ein Mensch zu Fuß erreichen kann. Die Luft liefert dort gerade mal 31% des Sauerstoffs, der auf Meereshöhe zur Verfügung steht. Das ist eben kein abstrakter Wert: Bei diesem Luftdruck verlangsamt sich das Gehirn, die Muskeln brennen bei jedem einzelnen Schritt, die Finger erstarren im Handschuh selbst bei −20°C. Und doch kämpfen sich jedes Jahr im Mai, im engen Vor-Monsun-Fenster, Hunderte von Bergsteigern aus aller Welt durch die Todeszone.

Steckbrief

MerkmalWert
Höhe8849 m ü. NN (offizielle Vermessung China/Nepal 2020: 8848,86 m)
GebirgeHimalaya, Mahalangur Himal
NamenSagarmāthā (Nepali), Chomolungma (tibetisch/chinesisch), Everest (DE/EN/IT/FR/ES)
SchwierigkeitTD+ / ED- — Extrembergsteigen, technische Abschnitte auf Eis und Mischgelände
Höhengewinn ab Basislager3485 m (Nepal-BL 5364 m → Gipfel 8849 m)
Hin- und Rückweg ab BL~42 km
Gipfeltag ab Lager IV7–12 Stunden
Vollständige Expedition~60 Tage (inkl. Akklimatisierungsrotationen)
Empfohlene SaisonApril – Mai (Gipfelfenster: ~10.–25. Mai)
StartpunktEverest Basislager Nepal (5364 m)
HochlagerLager I (6065 m), Lager II (6400 m), Lager III (7200 m), Lager IV / South Col (7920 m)

Die Route (South Col)

Die South-Col-Route — erstmals begangen am 29. Mai 1953 von Edmund Hillary und Tenzing Norgay — ist die meistbenutzte Linie am Everest. Sie verläuft vollständig auf der nepalesischen Seite (Südostgrat), vom Basislager über vier Hochlager zum Gipfel.

Basislager → Lager I: der Khumbu-Eisfall

5364 m → 6065 m | Höhengewinn: +701 m | Zeit: 3–5h

Der objektiv gefährlichste Abschnitt der Route. Der Khumbu-Eisfall ist ein ständig bewegter Gletscher — gebäudegrobe Eisblöcke verschieben sich, bersten, stürzen ohne Vorwarnung. Die Sherpa-Teams (die sogenannten Icefall Doctors) legen täglich Aluminiumleitern und Fixseile über die Spalten. Man quert nachts oder im Morgengrauen, wenn der Frost die Gletscherbewegung bremst. Absolute Sicherheit gibt es hier nicht.

Lager I → Lager II: das Western Cwm

6065 m → 6400 m | Höhengewinn: +335 m | Zeit: 2–4h

Hinter dem Eisfall öffnet sich das Western Cwm — ein fast flaches Gletscherplateau, das von den Wänden des Everest, Lhotse und Nuptse eingeschlossen ist. Die auf dem Schnee reflektierte Sonne brennt durch Doppelglas-Gletscherbrillen. Der Wind ist kaum spürbar; die Temperaturen können mittags über +30°C steigen. Paradox für 6400 Meter.

Lager II → Lager III: die Lhotse-Flanke

6400 m → 7200 m | Höhengewinn: +800 m | Zeit: 4–6h

Das technische Kernstück der Route. Die Lhotse-Flanke ist 800 Meter Eis bei 45–50° Neigung, durchgängig mit Fixseilen ausgestattet. Man steigt mit Steigeisen und Jumar. Lager III hängt an einem Eisband, das kaum mehr als zwei Zelte fasst. Schlafen hier ist halt ungemütlich: Der Körper verzehrt sich nachts, Sauerstoff ist knapp, der Schlaf kommt nicht.

Lager III → Lager IV (South Col)

7200 m → 7920 m | Höhengewinn: +720 m | Zeit: 4–6h

Man überquert das Yellow Band — einen ockerfarbenen Kalksteingürtel, geologischer Rest eines Meeresbodens, der tektonisch in die Höhe geschoben wurde — und dann den Geneva Spur, einen schwarzen Felssporn mit Mixedklettern. Der South Col (7920 m) ist ein trostloses, windgepeitschtes Plateau: zerrissene Zelte vergangener Expeditionen, leere Sauerstoffflaschen, Temperaturen bis −40°C.

Lager IV → Gipfel: die längste Nacht

7920 m → 8849 m | Höhengewinn: +929 m | Zeit: 7–12h

Abmarsch zwischen Mitternacht und 2 Uhr, Stirnlampe an, beißende Kälte. Man steigt das Dreieck aus hartem Schnee hinauf zum Balkon (8400 m) — einer flachen Plattform zum Überprüfen der Sauerstoffflaschen. Dann der Südostgrat, beidseitig exponiert, zur Südspitze (8748 m). Von dort geht es leicht abwärts auf einen messerscharfen Schneegrat, man überquert den Hillary Step (eine Misch-Rock-Schnee-Passage, durch das Erdbeben 2015 deutlich verändert) — und das war's eigentlich. Hundert Meter exponierter Grat, dann ein kleines Dreieck aus Fels und Schnee. Sauerstoff: 31% des Meeresspiegelniveaus. Klar denken? Kostet Anstrengung.

Sauerstoff und Akklimatisierung

Auf 8849 m fällt der Luftdruck auf etwa 314 hPa — 31% des Meeresspiegels (1013 hPa). Der verfügbare Sauerstoff beträgt 31%.

Die typische Gipfel-SpO₂ liegt zwischen 54 und 70% bei gut akklimatisierten Bergsteigern mit Zusatzsauerstoff (1–4 L/min). Ohne Sauerstoff sinken die Werte drastisch: Die Studie von Grocott et al. (NEJM, 2009) maß eine mittlere SpO₂ von 54% am Gipfel, bei manchen Bergsteigern ohne Flasche unter 40%.

Die Todeszone beginnt bei 8000 m. Darüber akklimatisiert sich der Körper nicht mehr — er verfällt. Das Ziel: so wenig Zeit wie möglich dort verbringen.

Das Standardprotokoll umfasst 3–4 Rotationen im April–Mai, immer nach dem Prinzip hoch gehen, tief schlafen:

  1. BL → Lager II → zurück zum BL
  2. BL → Lager III → zurück zum BL
  3. BL → Lager IV → Gipfelversuch → vollständiger Abstieg

Zwischen den Rotationen kehrt man immer ins Basislager oder tiefer zurück (Lobuche, Pheriche). Bei Zeichen schwerer AMS — rasender Kopfschmerz, Erbrechen, Verwirrtheit, Koordinationsverlust — gilt: sofort absteigen.

Hinweis: Diese Informationen sind pädagogischer Natur und ersetzen keinen ärztlichen Rat. Vor einer Everest-Expedition unbedingt einen auf Höhenmedizin spezialisierten Arzt aufsuchen.

Vorbereitung

Körperlich erfordert der Everest Jahre progressiver Vorbereitung. Man geht nicht zum Everest, ohne zuvor mindestens einen Himalaya-Gipfel über 7000 m bestiegen zu haben (Mera Peak, Island Peak, Ama Dablam, Cho Oyu sind typische Schritte). Empfohlenes Mindest-VO₂max: ≥ 60 ml/kg/min.

Technisch verlangt die South-Col-Route: Steigeisengehen auf 45–50° Eis, Jumar-Technik auf Fixseilen, Mixedklettern mit Sauerstoffmaske, Gratorientierung bei schlechter Sicht.

Wesentliche Ausrüstung: Sauerstoffmaske und -regler (System Poisk oder TopOut), Sauerstoffflaschen (mind. 3–4 × 6L), Hochalpindaunenanzug (−40°C), Doppelbergschuhe, 12-Zacken-Steigeisen starr, Technischer Eispickel, Jumar, VHF-Funk.

Kosten einer Standardexpedition via South Col: 40.000–80.000 USD, inkl. Nepal-Genehmigung (~11.000 USD pro Bergsteiger), Sherpa-Team, Sauerstoff, Basislagerküche und Versicherung.

Häufige Fragen

Wie viel Sauerstoff gibt es am Gipfel des Everest?

Am Gipfel des Everest (8849 m) stehen 31% des Sauerstoffs auf Meereshöhe zur Verfügung. Der Luftdruck beträgt etwa 314 hPa (gegenüber 1013 hPa am Meeresspiegel). Fast alle Bergsteiger nutzen Zusatzsauerstoff beim Gipfelversuch.

Wie viele Tage dauert eine Everest-Besteigung?

Eine vollständige Expedition dauert in der Regel 55–70 Tage: Akklimatisierung in Kathmandu, Trek zum Basislager (10–14 Tage), Hochlager-Rotationen im April, Gipfelversuch im Mai. Es gibt keine Abkürzung.

Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate am Everest?

In jüngsten Saisons liegt die Sterblichkeitsrate bei etwa 1–1,5% pro Gipfelversuch — gesunken dank besserer Wettervorhersagen, zuverlässigerer Sauerstoffsysteme und organisierterer Rettungsteams. Haupttodesursachen: Lawinen, Eissturzabbrüche, Stürze auf technischem Gelände, Gehirn- und Lungenödem, Unterkühlung.

Braucht man Zusatzsauerstoff für den Everest?

Technisch gesehen nicht — etwa 5% der Gipfelstürmer erreichen das Ziel ohne Flasche. Aber das Risiko ist enorm. Die große Mehrheit nutzt Sauerstoff ab 7000–7500 m, sowohl zum Schlafen als auch beim Aufstieg (1–4 L/min). Ohne Sauerstoff steigt die Wahrscheinlichkeit fataler Fehlentscheidungen dramatisch.