Teneriffa, Kanarische Inseln, Spanien
Auf 3718 m, mit 63% verfügbarem Sauerstoff, steigt die wahrgenommene Anstrengung im Vergleich zum Meeresspiegel.
Spaniens höchster Gipfel: 3718 Meter, mitten auf Teneriffa. Ein fast perfekter Vulkankegel über einer Mondlandschaft aus Kratern, Bimsstein und alten Lavaströmen. Vom Meeresgrund aus gemessen übertrifft der Teide 7000 Meter — drittgrößte Vulkanstruktur der Erde. Ein Maßstab, der einem ja anders in den Sinn kommt, wenn man ihn vom Strand aus anschaut.
Auf dem Gipfel atmet man 63% des Sauerstoffs, den man auf Meereshöhe hätte. Nicht dramatisch — aber eben doch spürbar. Vor allem, wenn man morgens noch am Strand war und mittags auf dem Gipfel stehen will. Und genau das ist halt das Problem.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Höhe | 3718m |
| GPS-Koordinaten | 28,2731°N, 16,6394°W |
| Verfügbarer Sauerstoff | 63% des Meerespegels |
| Startpunkt | Parkplatz Montaña Blanca (2348m) |
| Höhenunterschied | 1370m |
| Gesamtdistanz (A/R) | 17,6 km |
| Streckenlänge (Aufstieg) | 8,8 km |
| Aufstiegszeit | 5–7 Std. |
| Schwierigkeitsgrad | T3/EE |
| Beste Saison | April–Juni, September–Oktober |
| Gipfelgenehmigung | Erforderlich (kostenlos, Online-Buchung) |
| GPX verfügbar | Nein |
Der Normalweg beginnt am Parkplatz Montaña Blanca (2348m), erreichbar per Auto durch den Teide-Nationalpark. Wanderweg 7 (Sendero 7) führt 8,8 km aufwärts mit 1370m Höhenunterschied. Erst weißer Bimsstein, dann schwarze Lavafelder — eigentlich ein ungewöhnliches Gelände, das auf dem Abstieg rutschiger ist als erwartet.
Zwei klare Phasen: bis zur Altavista-Schutzhütte (3260m) ist der Weg lang und gleichmäßig steigend — rund 3 bis 4 Stunden vom Parkplatz. Danach wird es steiler. Der Abschnitt oberhalb von La Rambleta (3555m, obere Seilbahnstation) erfordert die Gipfelgenehmigung.
Kein Kletterequipment nötig — gute Wanderschuhe mit steifer Sohle, Regenjacke und Sonnenschutz reichen in normalen Sommerbedingungen aus.
Auf 3718m beträgt der Luftdruck etwa 63% des Wertes auf Meereshöhe. Die arterielle Sauerstoffsättigung (SpO2) liegt typischerweise bei 88–92% für gut trainierte Bergsteiger in guter Verfassung.
Das Risiko der akuten Bergkrankheit (AMS) ist moderat. Das eigentliche Problem am Teide ist doch folgendes: Die meisten Besucher übernachten in Teneriffas Küstenorten nahezu auf Meereshöhe und steigen am selben Tag auf den Gipfel. Der Körper kann sich eben nicht so schnell anpassen. Kopfschmerzen, Übelkeit und ungewöhnliche Erschöpfung über 3000m sind keine Seltenheit — das hat nichts mit mangelnder Fitness zu tun.
Die Pulsfrequenz in Ruhe steigt in den ersten Stunden um 10–15 Schläge pro Minute. Das ist normal. Was nicht normal ist: Brustschmerzen, Koordinationsverlust, Verwirrtheit. Bei diesen Symptomen sofort absteigen — ohne Diskussion.
Feste Bergschuhe mit steifer Sohle (Bimsstein ist rutschig, vor allem im Abstieg), wasserdichte Jacke, Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz, mindestens 2 Liter Wasser pro Person. Die Gipfelgenehmigung (kostenlos, aber kontingentiert) muss vorab online gebucht werden — oft Wochen im Voraus. Am besten erledigen, bevor man den Flug bucht.
Beste Monate: April–Juni und September–Oktober. Im Sommer ist es heiß und voll; im Winter kann Schnee und Eis das Gelände deutlich schwieriger machen und Steigeisen erforderlich machen. Aktuelle Bedingungen immer beim Nationalpark prüfen.
Ja. Die Genehmigung ist für den Abschnitt oberhalb von La Rambleta (3555m) Pflicht. Sie ist kostenlos, aber kontingentiert — Buchung unter reservasparquesnacionales.es. Ohne Genehmigung kommt man bis La Rambleta per Seilbahn oder zu Fuß, aber nicht auf den echten Gipfel.
Moderat. Der schnelle Aufstieg vom Meeresspiegel ist der Hauptrisikofaktor — und das ist eben die typische Situation für Teneriffa-Urlauber. Kopfschmerzen über 3000m sind häufig. Nutze den Oxymeter-Rechner, um die Sauerstoffsättigung auf Gipfelhöhe zu schätzen und besser einzuschätzen, was den eigenen Körper erwartet.
Grundsätzlich ja — aber mit deutlich anderen Bedingungen. Zwischen November und April sind Schnee und Eis möglich, Steigeisen können erforderlich sein. Aktuelle Bedingungen immer vorher beim Nationalpark prüfen, bevor man losfährt.
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